5. Dezember 2017

DIE LINKE. Stralsund freut Erhalt des Müther-Bau "Stadt Stralsund"

Im Jahr 1964 fand die Grundsteinlegung für den Bau des Stadtteils Knieper-West statt. In der Maxim-Gorki-Str. wurde 11 Jahre später ein großer Gaststättenkomplex eröffnet. Der Erbauer des Hauses mit dem Namen „Stadt Stralsund“ ist Ulrich Müther - ein Architekt, der in der DDR durch seine eigenwillige sowie spektakuläre Bauweise einen gewissen Berühmtheitsgrad erlangte. So schuf er z.B. das im Osten bekannte „Ahornblatt“ auf der Fischerinsel in Berlin, das leider dem Abriss zum Opfer fiel – doch die einer Raumschiff ähnelnden Rettungsstation in Binz und der TeePott in Rostock-Warnemünde existieren noch. Die sogenannten Hyparschalen-Konstruktionen gibt es auch in Finnland, Libyen, Kuwait und anderen Ländern. 

Im Haus "Stadt Stralsund" erkennt man den Architekten in den Räumen der Tanzschule und des Gardinenfachgeschäftes eindrucksvoll. Die Außenansicht mit leicht geschwungenen Betonkanten an den Dachrändern verraten nur Kennern, dass Ulrich Müther hier am Werk war - zumal sich der Gebäudekomplex in einem bedauernswert schlechten Zustand befindet. Doch die Stadt Stralsund als Eigentümerin verkündete jüngst bereits eine Maßnahme zum Erhalt von "Stadt Stralsund" – was vor allem die zahlreichen Geschäftsbetreiber freut: die in Aussicht gestellten Mietvertragskündigungen sind damit endgültig vom Tisch. Der Stadtverband DIE LINKE. Stralsund begrüßt das ausdrücklich und: viele Einwohner aus Knieper-West seien auf das breite Einzelhandelsangebot vor der Haustür angewiesen – der Fortbestand damit zwingend. Und DIE LINKE. Stralsund freut sich, denn so werde auch ein Stück Geschichte der DDR-Baukunst bewahrt.

Ulrich Müther wurde 1934 in Binz geboren und ist 2007 dort gestorben. Er entwarf und baute etwa 74 Schalen-Bauwerke, in der Fachsprache: doppelt gekrümmte Beton-Schalentragwerke, und wurde dadurch zu einem Exponenten der architektonischen Moderne.