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Meldungen SV Stralsund im Detail


1. September 1939 - Erinnern heißt Handeln

Aktualisierung 1. September 2020

Heute gedenken wir des 81. Jahrestages des Beginns des 2. Weltkrieges mit dem Überfall des faschistischen Deutschlands auf Polen.

Um es mit Bernds Worten aus der Einladung von Olga zu dieser Veranstaltung auszudrücken, ist folgendes hervorzuheben:

➢ Die Unfähigkeit der europäischen Staaten, dem deutschen Faschismus rechtzeitig und entschlossen entgegenzutreten, wurde mit mehr als 60 Millionen Menschenleben bezahlt.
➢ Auch von Stralsund, als Garnisonsstadt, ging dieser Krieg aus und dorthin schlug er zurück.
➢ Baulücken und Kriegsgräber in unserer Stadt und manch ein Mitmensch, der vor 75 Jahren seine Heimat verlor, zeugen davon.

Unseren Frieden empfinden wir heute als selbstverständlich und wichtig. Für Frieden einzustehen ist kein Ausdruck der Schwäche, es erfordert Mut. Mut deshalb, weil Frieden im persönlichen Umfeld damit beginnt, gegen Hetze, Ausgrenzung und Missgunst einzustehen. Es erfordert Mut, gegen Krieg, um wirtschaftliche Ressourcen oder politische Vormachtstellung aufzutreten und gegen gesellschaftliche Verhältnisse zu wirken, die Kriege ermöglichen.

„Der Aufbau einer neuen Welt, des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel“

Aus dem Buchenwaldschwur 1945

Natürlich soll meine Rede nicht ein wissenschaftliches Referat werden. Aber Anregungen zum Nachdenken sollen es schon sein.

➢ Einen 3. Weltkrieg hat es bisher noch nicht gegeben. Doch auch wir Deutschen haben keine andauernde Friedensperiode als Gesamtdeutschland mitgestalten können. Ja im Gegenteil: Mit dem völkerrechtlich nicht begründbarem Angriff auf Jugoslawien sorgten der Kanzler Schröder (SPD) und sein grüner Außenminister, Joschka Fischer, für den 1. Kriegseinsatz der Bundeswehr. Gerhard Schröder bezeichnet diesen als seinen größten Fehler, was man auf YouTube nachhören kann. An einigen Waffeneinsätzen wie im Irak und Libyen ließ man sich nicht an der Seite der „Koalition der Willigen“ hineinziehen. Aber bei anderen Kriegseinsätzen, wie in Afghanistan und Mali, war man schon dabei. Doch was erreichte man bei der „Verteidigung am Hindukusch“, wie es wieder ein SPD-Verteidigungsminister ausdrückte? Wie geprügelte Hunde wird man mit den USA und Frankreich abziehen, weil sich inzwischen nichts mehr so entwickelt, wie es die NATO geplant hat.

➢ Doch Rüsten will man schon noch, denn Profit zieht man nicht leichter als aus Rüstungsgütern. Aber der Bevölkerung muss man dafür einen Feind anbieten. Wie wäre es mit Russland? Kennen wir schon. Doch jetzt soll es auch noch China sein! Die Zahlen des Friedensforschungsinstitutes SIPRI sagen aus, dass die USA für das Militär mehr ausgibt als alle 10 nachfolgenden Staaten (NATO-Länder wie Frankreich, England und Deutschland gehören auch dazu). Übrigens wollen über 80% der Bevölkerung keine Verschlechterung der Beziehungen mit Russland. Inzwischen gibt es keine Übungen mit modernster Kriegstechnik in der westlichen Ostsee sondern vor Kaliningrad. Und auch die Chinesen marschieren nicht im Golf von Mexiko auf sondern die amerikanische Flotte und ihre Verbündeten tun das im Südchinesischen Meer. Deutschland denkt darüber nach, seine Schiffe auch dorthin zu schicken.

➢ Noch ist man ein wichtiger Verbündeter der USA, wenn auch Präsident Trump Deutschland fast einen Handelskrieg anbietet, um sein „America first“ umzusetzen. Durch einen Teilabzug von US-Truppen z.T. zurück in die Heimat oder noch näher an die Ostgrenze der NATO heran hat er auch den Ärger von Belarus und Russlands erregt. Nur 15 km vor der Grenze stehen in dieser verzwickten Situation amerikanische Panzer und F-16, die aus Deutschland verlegt wurden, tun ein Übriges, um die Situation anzuheizen. Und so ganz nebenbei stellt die EU 54 Mio. EURO für die Opposition gegen Lukaschenko zur Verfügung. Aber Putin wird gedroht, sich nicht einzumischen.

➢ Nun will man auch noch die Geschichte des 2. Weltkrieges umschreiben und tut es ja schon. Auf der von #Aufstehen organisierten Konferenz zum 75. Jahrestag der Potsdamer Konferenz teilte der polnische Historiker Zbigniew Wiktor folgendes mit:

Als Beginn des Zweiten Weltkriegs gelte in Polen heute nicht mehr der 1. September 1939, der Tag des deutschen Überfalls, sondern der 17. September, der Tag, an dem die Rote Armee gemäß dem Hitler-Stalin-Pakt in Ostpolen einrückte.

Den Rest kann man sich denken

➢ Schade nur, dass meine eigene Partei inzwischen Friedenspolitik unterschiedlich interpretiert.

In der heutigen Ausgabe der JW ist folgende Überschrift zu lesen:

Ein Herz für die NATO-Die Linke: Kampagne gegen friedenspolitischen Kurs der Partei. Linker Flügel sieht »Gründungskonsens« der Partei in Frage gestellt

Das ist ein Schuss vor den Bug solcher linker Politiker wie Gysi und Bartsch, die unbedingt in einem RRG-Bündnis mitregieren wollen und dabei die Wirkung DER LINKEN als Friedenspartei abschwächen.

Liebe Freunde und Genossen, helft bitte mit, dass kein Riss zwischen der Partei DIE LINKE und der Friedensbewegung entsteht.

Siegfried Dienel als Redner am Ehrenmal auf dem Zentralfriedhof der Stadt Stralsund

Stralsund, den 1.September 2020