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Meldungen SV Stralsund im Detail


Klaus Kleinmann

Stimme und Faust der Nation

Sozialisten und Kommunisten gedachten am 16. April 2021 Ernst Thälmanns Geburtstag

Da steht er mit erhobener Faust, wie für die Ewigkeit in Bronze gegossen. Frühlingshafte Sonnenstrahlen zaubern Glanz auf seine wuchtige Gestalt und bringen das Rot vieler Fahnen zum Leuchten. Blumengebinde schmücken den Sockel, Tino Eisbrenner singt markante Lieder - die Szenerie lässt die Herzen der etwa fünfzig Genossen höher schlagen, die sich zum Geburtstag von Ernst Thälmann hier am Stralsunder Denkmal versammelt haben. Als politisch bewusster Linker kennt man das Datum und lässt sich nicht durch die falsche Ankündigung einer Lokalzeitung in die Irre führen. Das zeigt, genau wie die ansehnliche Zahl der Anwesenden aus verschiedenen linken Gruppierungen, dass Ernst Thälmanns Strahlkraft nach wie vor wie ein Magnet wirkt, der solidarische Gefühle auslöst und zumindest für den Moment allen Parteienzwist vergessen lässt. Freude und Stolz lag auf den Gesichtern, Stolz darauf hier zu sein und Freude, einander wiederzusehen.  

Kalle Schulze von der MLPD brachte diese Stimmung in seiner Ansprache auf den Punkt, als er dazu mahnte, in Thälmanns Sinne und ihm als Leitstern folgend eine antifaschistische Aktionsfront zu bilden. Hader und Sektierertum haben die sozialistische Bewegung von Anfang an zersplittert und geschwächt - nun wäre es endlich an der Zeit, die Gräben zuzuschütten und über den Differenzen nicht zu vergessen, dass das, was uns eint, so viel größeren Wert hat. Nur die Bündelung der Kräfte verspricht Erfolg im Kampf.

Erich Bartels von der DKP stellte drei Grundprinzipien kommunistischer Politik dar und mahnte die Genossen, sich - Thälmann folgend - daran zu orientieren. Zunächst nannte er die Friedenspolitik, derer man sich in der aktuellen Phase der Hochrüstung verstärkt widmen sollte. Während die KPD in der Weimarer Zeit unverbrüchlich daran festhielt, versprach die SPD in dieser Hinsicht vor den Wahlen goldene Berge, schwenkte aber danach wieder um und genehmigte Kriegsanleihen, die schon den ersten Weltkrieg überhaupt erst ermöglichten. Außerdem war der erbitterte Kampf gegen die Nazi-Partei für Thälmann Ehrensache. Hierbei nicht nachzulassen sollte aus gegebenem Anlass ein Gebot der Stunde sein. Schließlich strebte Thälmann ein Bündnis mit der Sowjetunion an, während liberale Parteien sie verteufelten. Erich Bartels nannte als Parallele dazu vor allem die Solidarität mit Kuba. Wenn in Thälmanns Sinne diese drei Prinzipien - Friedenspolitik, Kampf gegen Rechts und internationale Solidarität - allgemein anerkannte Richtlinien wären, stünde es um unsere Welt erheblich besser.

Christiane Latendorf von der LINKEN hielt die Hauptrede. Sie zitierte Thälmanns Satz: „Wer Hindenburg wählt, wählt Hitler, und wer Hitler wählt, wählt den Krieg." Es sei also nicht von ungefähr gekommen, dass die Hitlerschergen ihn schon 1933 als Feind Nr. 1 inhaftierten und versuchten, ihn auf ihre Seite zu ziehen. Doch Ernst Thälmann wurde nicht zum Verräter, er überstand Folter und Verhöre und wurde schließlich zum Märtyrer. So bleibt uns heute die Erinnerung an einen mutigen Kämpfer für die Sache des Friedens und der Menschlichkeit, für eine proletarische Einheitsfront. Aber es bleibt uns auch die Vision und die Pflicht, nicht nachzulassen, um diesen Traum in einem solidarischen Miteinander zu verwirklichen. Das müssen wir begreifen und danach handeln.